KI Day Januar 2026 in Köln Recap
Der KI Day Köln zeigte, wie unterschiedlich Künstliche Intelligenz heute gedacht, genutzt und bewertet wird.
Die Vorträge verzichteten auf Heilsversprechen und setzten stattdessen auf Einordnung, Verantwortung und
konkrete Anwendung. Nicht nur die Technik stand im Vordergrund, sondern die Frage, wie sinnvoller Einsatz
im Alltag aussieht.
Hier eine Zusammenfassung die Vorträge, die ich mir angeschaut habe - teilweise liefen auch sehr interessante andere Vorträge parallel, aber man kann sich halt nicht teilen
Inhaltsverzeichnis
Hier die Vorträge des KI-Day mit Speakern:
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Human-Centric Prompt Engineering – Warum KI ohne Herz kalt bleibt
Barbara Braehmer -
AI Update 2026 – Warum wir Entwicklung nicht mehr intuitiv erfassen
Jens Polomski -
Warum 90 % aller KI-Projekte scheitern – und wie es besser geht
Elena Kaleva -
KI trifft SEO – Automatisierung, die im Alltag funktioniert
Michael Weckerlin -
KI macht Bilder – den Unterschied machen Menschen
Georg Neumann -
KI-Rechts-Update – Wo Nutzung kippt und Risiko beginnt
Niklas Plutte -
KI-Agenten im Arbeitsalltag – Zwischen Erwartung und Realität
Christian Tembrink -
Die wahre Superkraft: Wer bist du, wenn die Maschine alles kann?
Jörg Schieb
AI Update 2026 – Warum wir Entwicklung nicht mehr intuitiv erfassen
Der Vortrag von Jens Polomski war kein klassisches Update mit Feature-Listen. Er ordnete Entwicklungen ein und stellte Gewohnheit in den Mittelpunkt. Der Vortrag zeigte, wie schnell sich Wahrnehmung verschiebt und warum KI längst kein Sonderthema mehr ist.
Er machte klar: Die größte Veränderung ist nicht technisch. Sie findet im Kopf statt. KI wird alltäglich – und genau das macht sie wirksam.
Die 5 wichtigsten Takeaways
- KI ist Infrastruktur, kein Trend.
- Echt und generiert lassen sich kaum trennen.
- Gewöhnung schlägt Skepsis.
- Lineares Denken reicht nicht aus.
- Nutzung ersetzt Prognosen.
Human-Centric Prompt Engineering – Warum KI ohne Herz kalt bleibt
Der Vortrag von Barbara Braehmer führte bewusst weg von Tools und hin zur Haltung. Sie nahm das Publikum mit auf eine Meta-Ebene und zeigte, warum menschenzentrierte KI nicht durch Technik entsteht, sondern durch bewusste Steuerung. Der Vortrag war ruhig, klar und stellenweise bewusst konfrontativ.
Er machte deutlich: Human-centric ist keine feste Definition. Es ist immer eine Entscheidung. KI wirkt überzeugend, wenn sie auf echte Bedürfnisse ausgerichtet ist. Nicht auf Funktionen.
Die 5 wichtigsten Takeaways
- Human-centric beginnt vor dem ersten Prompt.
- Kontext prägt Ergebnisse stärker als Befehle.
- Zielgruppe bestimmt Tonalität und Tiefe.
- Wärme ist Wahrnehmung, kein Standard.
- Führung entscheidet über Qualität.
Warum 90 % aller KI-Projekte scheitern – und wie es besser geht
Der Vortrag zeigte klar, warum viele KI-Initiativen versanden. Nicht aus Mangel an Tools, sondern wegen fehlender Struktur. Der Fokus lag auf echten Unternehmensrealitäten statt auf Visionen. Der Vortrag war praxisnah, direkt und bewusst ernüchternd.
Er machte sichtbar: Große Visionen ohne kleine Schritte enden in der Gegenwart in Demos ohne Wirkung.
Die 5 wichtigsten Takeaways
- Technik ist selten der Engpass.
- Kleine Anwendungsfälle schaffen Akzeptanz.
- Datenqualität schlägt Datenmenge.
- Zuständigkeiten verhindern Stillstand.
- Integration entscheidet über Nutzung.
KI-Agenten im Arbeitsalltag – Zwischen Erwartung und Realität
Der Vortrag von Christian Tembrink zeigte, warum viele Menschen KI falsch einschätzen. Agenten wurden nicht als Wundermittel präsentiert, sondern als Werkzeuge mit klaren Anforderungen. Der Fokus lag auf realer Nutzung statt auf Versprechen.
Der Vortrag machte klar: Zeitersparnis entsteht in der Gegenwart durch Nutzung, nicht durch Hoffnung.
Die 5 wichtigsten Takeaways
- Agenten sind keine Chatbots.
- Kontext bestimmt Qualität.
- Mehr Interaktion spart Zeit.
- Datenschutz braucht Grenzen.
- Lernen beginnt durch Ausprobieren.
KI trifft SEO – Automatisierung, die im Alltag funktioniert
Der Vortrag von Michael Weckerlin zeigte anhand konkreter Workflows, wie KI und Automatisierung im SEO-Alltag eingesetzt werden können. Der Fokus lag nicht auf Theorie, sondern auf echten Abläufen, die Zeit sparen und manuelle Arbeit ersetzen. Der Vortrag war stark praxisgetrieben und bewusst nah an realen Kundenprojekten.
Er machte deutlich: Automatisierung entfaltet ihren Nutzen in der Gegenwart dann, wenn sie sauber aufgebaut, kontrollierbar bleibt und in bestehende Prozesse integriert ist.
Die 5 wichtigsten Takeaways
- Automatisierung beginnt bei Routineaufgaben.
- Freigabeschleifen sichern Qualität.
- Low-Code-Tools senken Einstiegshürden.
- Saubere Prozesse schlagen Tool-Vielfalt.
- KI ergänzt SEO-Arbeit, sie ersetzt sie nicht.
KI macht Bilder – den Unterschied machen Menschen
Der Vortrag von Georg Neumann zeigte anhand konkreter Beispiele, warum KI-Bilder oft Ablehnung erzeugen. Er erklärte das Uncanny Valley verständlich und ohne Theorieballast. Gestaltung wurde nicht als Stilfrage gezeigt, sondern als Vertrauensfrage.
Der Vortrag machte klar: KI darf Mittel sein, aber nie Selbstzweck. Marken verlieren Nähe, wenn sie Authentizität simulieren.
Die 5 wichtigsten Takeaways
- Machbarkeit ist kein Qualitätsmerkmal.
- Abstraktion schafft Akzeptanz.
- KI braucht klare Gestaltungsregeln.
- Vertrauen entsteht durch Zurückhaltung.
- Menschliche Auswahl bleibt Pflicht.
KI-Rechts-Update – Wo Nutzung kippt und Risiko beginnt
Der Vortrag von Niklas Plutte setzte bewusst auf Orientierung statt Abschreckung. Er führte durch aktuelle Entwicklungen und zeigte, wo Aufmerksamkeit nötig ist. Der Ton war sachlich, ruhig und praxisnah.
Der Vortrag machte deutlich: Verantwortung verschwindet nicht, nur weil KI im Spiel ist.
Die 5 wichtigsten Takeaways
- Training ist erlaubt, Reproduktion nicht.
- Absicht beeinflusst Bewertung.
- APIs bieten mehr Kontrolle.
- Grundverständnis verhindert Fehler.
- Haftung bleibt menschlich.
Die wahre Superkraft: Wer bist du, wenn die Maschine alles kann?
Der Vortrag von Jörg Schieb setzte bewusst einen Kontrapunkt zu Tool-Demos und Automatisierungslogik. Er begann persönlich, fast spielerisch, und führte das Publikum dann Schritt für Schritt zu einer unbequemen Frage. Der Vortrag war ruhig, reflektiert und wirkte gerade deshalb nach.
Er zeigte klar: Wenn Maschinen alles können, verschiebt sich der Maßstab. Wert entsteht in der Gegenwart nicht mehr durch Können allein, sondern durch Haltung, Urteilskraft und Persönlichkeit. KI verspricht Alleskönnen – genau darin liegt die Falle.
Die 5 wichtigsten Takeaways
- Können ist kein Unterscheidungsmerkmal mehr.
- KI bietet Möglichkeiten, aber keine Identität.
- Selbstbild und Außenwirkung driften leicht auseinander.
- Echtheit lässt sich nicht automatisieren.
- Die eigentliche Frage lautet: Wofür stehst du, wenn Leistung austauschbar wird?
Fazit
Der KI Day Köln war kein Event für Abkürzungen.
Er war ein Tag für Einordnung, Verantwortung und Klarheit.
Weniger Show. Mehr Denken. Genau deshalb wirkte er nach.
Der Tag war gut organisiert. Ich habe mich gefreut, einige bekannte Gesichter aus meiner SEO-Bubble wiederzusehen.
Vor allem natürlich hat mich auch gefreut das sehr gute Feedback zu meinem Vortrag. Das motiviert 🎉
